| Geschichts-Atelier Elvira Pionierinnen* der Frauenbewegung in München | ![]() |
Persönliche Daten |
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| Name: | Ullmann | |||
| Vorname: |
Regina
Rega in den Mitgliederlisten des Vereins für Fraueninteressen; in Briefen auch Regele, Regi |
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| Religion bei Geburt: |
jüdisch
1911 konvertierte sie zum Katholizismus |
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| Geburtstag: | 14.12.1884 | |||
| Geburtsort: | St. Gallen | |||
| Todestag: | 06.01.1961 | |||
| Sterbeort: | Ebersberg bei München | |||
| Ausbildung Beruf/Erwerb: |
Ausbildung:
Beruf/Erwerb:
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| Staatsangehörigkeit bei Geburt: |
österreichisch (ihr Vater stammte aus dem Vorarlberg)
ab 1950 schweizerisch |
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Mitgliedsjahre im Verein für Fraueninteressen
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| 1904 | bis 1906/07 | |||
| Regina Ullmann war gemeinsam mit ihrer Mutter in diesen Jahren Mitglied des Vereins für Fraueninteressen. Sie wohnten beide in der Oettingen Str. 25/0. Ab den 1910er Jahren war Regina Ullmann eng mit dem Schriftsteller und Vereinsmitglied Rainer Maria Rilke befreundet. Über einen Grund des Austritts ist nichts bekannt, dieser könnte jedoch mit der Geburt der ersten Tochter Gerda zusammenhängen, da sie sich in der Zeit der Schwangerschaft und danach länger in der Steiermark aufhielt. | ||||
Ämter und Mitgliedschaften in anderen Vereinen |
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Familie |
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| Vater | Richard Ullmann | Stickerei-Kaufmann | 1842 - 1889 |
| Mutter | Hedwig Ullmann, geb. Neuburger | 1859 - 1938 | |
| Schwester | Helene Breene, geb. Ullmann | Krankenschwester, Leiterin eines Privatsanatoriums in Kalifornien | 1883 - unbekannt |
Familienstand |
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| ledig | ||||||
Kinder |
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| Gerda Kahl, geb. Ullmann | Gärtnerin, Hausfrau | 1906 - 1985 | |||
| Camilla Ullmann | Krankenschwester | 1908 - 2000 | |||
| Gerda Kahls Vater war der Ökonom Hanns Dorn. Camilla Ullmanns Vater war der Psychoanalytiker Otto Gross. | |||||
Eigene Publikationen |
Weitere Literatur (Auswahl):
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Quellen und Literatur |
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Quellen
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Anmerkungen |
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Die Dichterin und Erzählerin Regina Ullmann wurde 1884 in St. Gallen als Tochter von Hedwig und Richard Ullmann geboren. In ihrer Kindheit hatte sie eine Lernschwäche, weshalb sie später eingeschult wurde; zudem lebte sie mit einer Sprachbehinderung. 1902 zog sie mit ihrer Mutter nach München. Trotz großer Introvertiertheit knüpfte sie bald Kontakte innerhalb der Münchener Künstler:innenszene. Von 1904 bis 1906/07 waren Hedwig und Regina Ullmann Mitglieder im Verein für Fraueninteressen. 1911 konvertierte die Dichterin mit jüdischem Background zum Katholizismus, der ihr lebenslang ein sicherer Hafen blieb. In diesen Jahren lebten Regina Ullmann und ihre Mutter in Burghausen und Mariabrunn. Depressionen hinderten die Dichterin teilweise längere Zeit am Schreiben. Um Geld dazu zu verdienen, arbeitete sie zeitweise als Gärtnerin, Imkerin und Wachsmodelherstellerin. Mit Beginn des Nationalsozialismus erfuhr Regina Ullmann bald Diskriminierung. 1935 erhielt sie Publikationsverbot. Gemeinsam mit ihrer pflegebedürftigen Mutter musste sie ins Exil fliehen. Hedwig Ullmann verstarb 1938 in Österreich. Regina Ullmann gelang die Einreise in die Schweiz, erhielt jedoch nur eine jährlich zu erneuernde Aufenthaltserlaubnis. Erst 1950 wurde sie Schweizer Bürgerin. Etwa 20 Jahre lang lebte sie in St. Gallen im Marienheim, in einem einfachen Zimmer. Auch in der Schweiz veröffentlichte Regina Ullmann mehrere Werke, ihre Situation war jedoch sehr prekär. Finanzielle Unterstützung erhielt sie von Freund:innen, Mäzen:innen und Stiftungen. Sie stand weiterhin mit vielen Künstler:innen in Kontakt und erhielt auch diverse Anerkennungen: 1949 wurde sie Außerordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München, 1954 bekam sie den 1. Kulturpreis der Stadt St. Gallen. Gemeinsam mit Ellen Delp stellte sie in den späten 1950er Jahren ihre Gesammelten Werke zusammen, die 1960, kurz vor ihrem Tod, erschienen. In ihren letzten Lebensjahren wurde die schwer erkrankte Schriftstellerin von Tochter Camilla Ullmann in Eglharting gepflegt. Die Nähe zu Feldkirchen ermöglichte auch zahlreiche Besuche bei Tochter Gerda Kahl und ihrer Familie. Im Januar 1961 verstarb Regina Ullmann in Ebersberg. Regina Ullmann war eine Schriftstellerin, die mehr als fünf Jahrzehnte lang publizierte, trotz zahlreicher Erschwernisse. Als Frau mit jüdischem Background und Behinderung erlebte sie intersektionale Diskriminierung, und Armut und Unsicherheiten prägten ihr Leben, besonders im Alter. Diese Umstände trugen dazu bei, dass ihre Biografie und ihr religiös geprägtes Werk, in dem sie sich häufig Menschen in Benachteiligung, Armut oder mit Behinderung zuwandte, bis heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Ihr umfangreicher Nachlass befindet sich zu einem großen Teil im Literaturarchiv Monacensia in München sowie in der Kantonsbibliothek Vadiana in St.Gallen. |
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Recherche |
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Elena Zendler |
Letzte Änderung |
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| geändert: 14.01.2026 | |
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Wir bitten um folgende Zitierweise: Eintrag: „Regina Ullmann“/ID 168, Online-Datenbank „Pionierinnen* der Frauenbewegung in München. Die frühen Mitglieder der Gesellschaft zur Förderung geistiger Interessen der Frau/des Vereins für Fraueninteressen in München“. Verein für Fraueninteressen e.V. München, geschichte.fraueninteressen.de |