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Clementine von Braunmühl: Einsatz für die Kunstausbildung von Frauen

Clementine von Braunmühl war von 1896 bis 1914 Mitglied im Verein für Fraueninteressen und leistete dort im Laufe der Jahre zahlreiche aktive Beiträge, etwa in einem Referat zur “Mädchenerziehung” auf einem Mitgliederabend im Jahr 1900. Sie verdiente in München ihr Geld mit Porzellanmalerei, bis sie 1870 die Gelegenheit fand, auf die private Kunstschule für Mädchen zu gehen. Einige der Schülerinnen besuchten nebenher Kurse an der Kunstgewerbeschule bei Theodor Spiess. Clementine von Braunmühl gelang es, als erste Frau dort offiziell eingeschrieben zu werden.

Sie setzte sich dafür ein, die private Kunstschule als weibliche Abteilung an der Kunstgewerbeschule einzugliedern, was auch gelang. Dort wurde sie auf Bitten des Direktors Hermann Dyck 1872 als Lehrerin für Ornamentzeichnen und kunstgewerbliches Musterzeichnen eingestellt, außerdem als Aufsichtsdame. 

Am 15.7.1891 übernahm sie bis zu ihrer Pensionierung am 16.9.1895 auf eigenen Wunsch den Unterricht in der Methodik des Zeichenunterrichts. 1882 wurde sie Mitbegründerin und erste Vorsitzende des Künstlerinnenvereins, aus dem 1884 die Damenakademie hervorging, deren Unterrichtsinhalte sie mit ausarbeitete. Sie legte allerdings im Oktober 1885 den Vorsitz nieder (und trat offensichtlich ganz aus), da der Direktor der Kunstgewerbeschule, Emil von Lange, eine Unvereinbarkeit mit ihrem Beruf sah. Sie unterrichtete vom Wintersemester 1885/86 bis Wintersemester 1887/88 Kunstgeschichte. 1893/94 schloss sie sich dem Verein zur Gründung eines Mädchengymnasiums an und übernahm 1896 dessen Vorsitz. 1899 hielt sie auf dem ersten Bayerischen Frauentag einen Vortrag über den Zweck des Mädchengymnasiums. Entgegen der Behauptung von Claudia Schmalhofer, Clementine von Braunmühl habe sich nicht aktiv an der Frauenbewegung beteiligt, kämpfte sie (erfolglos) für ein gleiches Gehalt für Frauen und Männer an der Kunstgewerbeschule. Sie hielt Vorträge und war langjähriges Mitglied im Verein für Fraueninteressen.

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Autorin: Dr. Susanna Partsch


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