Denk Mal Am Ort in München 2026
An den einstigen Wohn- und Wirkstätten machen Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Filme, Führungen und Gespräche mit Nachkommen der Verfolgten deren Biografien, ihren Widerstand, ihre Verfolgungs- und Fluchtgeschichten eindringlich erfahrbar.
Wir möchten besonders auf die Beiträge der Mitglieder unseres Vereins bzw. unserer Geschichtswerkstatt über verfolgte Personen hinweisen, die dem Verein für Fraueninteressen nahestanden oder selbst Mitglieder waren:
Elisabeth Springer
Referentin: Susanna Partsch
Samstag, 2. Mai 2026, 12 Uhr
Das Haus in der Straße Rosental 19
Sendlingerstr. 3
In der Straße Rosenthal 19, in der heutigen Sendlingerstr. 3, lebte die Familie Springer, die dort seit 1865 auch ein Textilwarengeschäft betrieb. David Springer starb 1930, seine Frau Dorline und die Tochter Elisabeth, eine bildende Künstlerin und Schauspielerin, blieben dort, während Tochter Anny 1936 in die USA emigrierte. Elisabeth wurde 1941 in Kaunas, Dorline 1942 in Piaski ermordet. Die Kunsthistorikerin Susanna Partsch erinnert an das Leben der Mitglieder der Springer-Familie, speziell das Elisabeths.
Regina Ulmann
Referentin: Elena Zendler
Sonntag, 3. Mai 2026, 10 Uhr
Erinnerung an Regina Ulmann – Literarisches Schaffen unter prekären Bedingungen
Bruderstr. 9
Die in St. Gallen geborene Dichterin Regina Ullmann (1884–1961) zog 1902 nach München. Dort viele Jahre gut vernetzt und anerkannt, musste die katholische Schriftstellerin in der NS-Zeit wegen ihrer jüdischen Herkunft fliehen. Sie fand Zuflucht in ihrer Geburtsstadt, in der sie bis kurz vor ihrem Tod unter prekären Bedingungen arbeitete und lebte. Heute sind die Dichterin und ihr christlich geprägtes Werk weitgehend vergessen.
Vortrag: Elena Zendler, anschließend Austausch mit Nachfahrin Margit Prylinski.
Carry Brachvogel:
Referentin Heidi Rehn
Sonntag, 3. Mai 2026, 11 Uhr
Carry Brachvogel – Schriftstellerin, Saloniere, Frauenrechtlerin
Ludwigstraße 61/ Ecke Akademiestraße
Carry Brachvogel (1864–1942) gehörte zuvden erfolgreichsten Autor*innen ihrer Zeit und war wegen ihres legendären Salons am Siegestor und ihres Engagements in der Frauenbewegung fester Teil der Münchner Gesellschaft.
1933 wurde die Schriftstellerin wegen ihrer jüdischen Herkunft aus sämtlichen Zirkeln ausgeschlossen, 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Die Autorin Heidi Rehn erinnert an das gesellschaftspolitische Tun einer außergewöhnlich modernen, aufgeschlossenen Frau, deren Werk eine Wiederentdeckung lohnt.

