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Glanz und Widerstand: Die Familiengeschichte von Emma Haushofer-Merk

Mitbegründerin, Netzwerkerin, Schriftstellerin: Emma Haushofer-Merk (1854–1925) prägte die Anfänge des Vereins für Fraueninteressen wie kaum eine andere. In ihrem Roman Glanz und Widerstand begibt sich Brigitte Weiss-Kobayashi – Mitglied im „Geschichts-Atelier Elvira“ und Ururgroßnichte – auf die Spur von Emma Haushofer-Merk und tief in die Münchner (Familien)geschichte. Wir haben mit ihr zur Entstehung des Buchs gesprochen.


Wie bist du auf Emma Haushofer-Merk aufmerksam geworden?

Brigitte Weiss-Kobayashi: Das war ein reiner, aber glücklicher Zufall! Ich sollte für einen Onkel unseren Stammbaum digitalisieren und stieß dabei auf ihren Namen. Eine Google-Recherche führte mich schnell zur Germanistin Dr. Ingvild Richardsen, die gerade die Ausstellung Evas Töchter‘ über die Vereinsgründerinnen kuratierte. Sie hat mich mit ihrer faszinierenden Art sofort angesteckt. So entstand eine tolle Zusammenarbeit: Sie war neugierig auf meine Funde in den Familienarchiven, und ich wollte unbedingt mehr über meine Ahnin erfahren.

Was war ihre Rolle im Verein? Wofür hat sie sich eingesetzt?

Brigitte Weiss-Kobayashi: Emma Haushofer-Merk war Mitbegründerin und von Beginn an die Schriftführerin des Vereins. Als einzige ‚echte‘ Münchnerin unter den Gründerinnen war sie extrem gut vernetzt und wusste genau, wer wer war. Nach dem Tod von Ika Freudenberg übernahm sie von 1912 bis 1913 den Vorsitz – allerdings auf eigenen Wunsch strikt befristet auf ein Jahr, da sie parallel mit Carry Brachvogel den Münchner Schriftstellerinnenverein gründete. Danach engagierte sie sich noch sechs Jahre als zweite Vorsitzende, leitete die Jugendarbeit und baute eine Rechtsschutzstelle auf.

Worum geht es in deinem Buch? 

Brigitte Weiss-Kobayashi: Im Kern geht es um Emmas Familie und die Frage: Aus welchem Umfeld stammte diese Pionierin? Ich fand Unterlagen zu Kaufleuten (zum Beispiel dem Kaffeehändler Eilles oder alten Münchner Bierbrauern), Juwelieren und Malern. Je mehr ich recherchierte, desto mehr Stadtgeschichte kam ans Licht. Geholfen haben mir dabei auch die zahlreichen Novellen von Emma Haushofer-Merk, die ich weltweit in Antiquariaten gesammelt hatte und die sehr viel Münchner Stadtgeschichte enthielten. Mit dem Buch möchte ich an diese Spuren einer alten Münchner Familie erinnern.

„Glanz und Widerstand. Emma Haushofer-Merk: eine Münchner Familiensaga zwischen Goldarbeitern und Frauenrechtlerinnen“ ist am 13. Juni 2026 als Book on Demand erschienen. 

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