Carry Brachvogel: Schriftstellerin, Saloniere, Frauenrechtlerin
Carry Brachvogel war seit 1903 Mitglied im Verein für Fraueninteressen. Sie gehörte zu den erfolgreichsten Autor*innen ihrer Zeit und war wegen ihres legendären Salons am Siegestor und ihres Engagements in der Frauenbewegung fester Teil der Münchner Gesellschaft.
1933 wurde die Schriftstellerin wegen ihrer jüdischen Herkunft aus sämtlichen Zirkeln ausgeschlossen, 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Mannes entschied sich Carry Brachvogel gegen eine weitere Ehe aus reinen Versorgungsgründen. Als ihr Mann starb, war sie gerade 28 Jahre alt und Mutter zweier kleiner Kinder. Statt wieder zu heiraten, wollte sie sich künftig durch ihre eigene Arbeit finanzieren. Mit der regelmäßigen Veröffentlichung von Feuilletonbeiträgen in namhaften Zeitungen sowie dem Erscheinen ihres ersten Romans “Alltagsmenschen” (1895) gelang ihr das auf Anhieb. Die Eigenständigkeit der Frau war fortan ein zentrales Thema ihres Werks, das sie auch konsequent selbst (vor-)lebte. 1903 trat sie dem Verein für Fraueninteressen bei. Ab 1909 wurde sie mit Vorträgen, Lesungen sowie dem Engagement in verschiedenen Vereinsämtern und im Vorstand aktiv.
Autorin: Heidi Rehn
